Türkish Soulfood - Authentische türkische Küche
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Adana Kebab: Herkunft, Zutaten, Schärfegrad und wie er sich von Urfa Kebab unterscheidet – alles Wissenswerte erklärt.
Dollstraße 6
85049 Ingolstadt
Adana Kebab stammt aus der gleichnamigen südtürkischen Großstadt Adana, die im fruchtbaren Çukurova-Becken nahe dem Mittelmeer liegt. Die Region ist bekannt für ihre intensive Landwirtschaft, ihre Schafzucht und ihre ausgeprägte Grillkultur. Adana gilt bis heute als inoffizielle Kebab-Hauptstadt der Türkei – eine Bezeichnung, die die Einwohner mit großem Stolz tragen.
Das Gericht ist so eng mit der Stadt verbunden, dass es in der Türkei eine gesetzlich geschützte geografische Herkunftsbezeichnung gibt: Nur Kebab, der nach den traditionellen Regeln der Adana-Metzger-Zunft zubereitet wird, darf offiziell den Namen Adana Kebab tragen. Zu diesen Regeln gehören der ausschließliche Einsatz von Lammfleisch vom Hinterviertel, die Verwendung von echtem Lammkuyrukfett und das Würzen ausschließlich mit Salz, Knoblauch und rotem Chiliflocken.
Die Geschichte des Gerichts reicht mindestens ins 19. Jahrhundert zurück, als die Kebab-Kultur in der gesamten südostanatolischen Region Hochkonjunktur hatte. Die Nähe zu Syrien, dem Libanon und anderen Levante-Küchen hat die Adana-Küche dabei stark geprägt – besonders was die Verwendung von Chili und Gewürzen angeht.
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Für authentischen Adana Kebab wird ausschließlich grobes Lammhackfleisch verwendet – niemals fertig gewolftes Fleisch aus dem Supermarkt. Das Fleisch wird von Hand mit einem breiten Wiegemesser, dem Zırh, auf dem Holzbrett gehackt, bis es eine grobkörnige, aber bindige Textur erreicht. Dieser manuelle Prozess ist entscheidend: Maschinell gemahlenes Fleisch verliert zu viel Saft und Struktur.
Das gehackte Fleisch wird dann mit folgenden Zutaten vermengt:
Weitere Zutaten wie Zwiebeln oder frische Kräuter sind bei originalem Adana Kebab nicht vorgesehen – sie würden die Textur weicher machen und das Fleisch vom breiten Spieß rutschen lassen. Die Masse wird lange von Hand geknetet, bis sie eine klebrige, feste Konsistenz hat, und dann um den flachen Şiş-Spieß geformt.
Gegrillt wird ausschließlich auf dem Mangal über Holzkohle – ein Gaspgrill würde die charakteristische Rauch- und Chipothisnote nicht erzeugen können.
Die markante Schärfe des Adana Kebab kommt ausschließlich von Pul Biber, den türkischen Chiliflocken. Dabei gibt es zwei Varianten: die normale (orta acı, mittelscharfe) und die extra scharfe (çok acı). Für Adana Kebab wird traditionell die schärfere Variante bevorzugt, die eine lebhafte, direkte Schärfe ohne viel Fruchtnote mitbringt.
Im Vergleich zu deutschen oder mexikanischen Chilisorten liegt Pul Biber auf einer mittleren Schärfeskala – für Chili-ungewohnte Esser ist Adana Kebab deutlich spürbar scharf, für eingefleischte Chili-Fans ist er gut verträglich. Die Schärfe wird durch das Fett im Fleisch und das Fladenbrot beim Essen gemildert.
Ein weiterer Aspekt der Schärfe ist die Hitze des Grillens selbst: Auf dem Mangal karamellisiert die Außenschicht des Kebabs und mildert die rohe Chilinotiz zu einem tiefen, leicht rauchigen Wärmegefühl. Genau diesen Effekt kannst du beim Besuch im Antalya Ingolstadt erleben.
Urfa Kebab – auch Urfa Kebabı oder İslim Kebabı genannt – stammt aus der osttürkischen Stadt Şanlıurfa und gilt als der mildere Cousin des Adana Kebabs. Der wesentliche Unterschied liegt in der Würzung: Während Adana Kebab auf scharfen roten Pul Biber setzt, verwendet Urfa Kebab dunklen, milden Urfa Biber (İsot).
Urfa Biber ist ein sonnengetrockneter, dann in der Nacht abgedeckt fermentierter Chili, der eine tiefe, schokoladenartige Note mit dezenter Wärme entwickelt. Das Ergebnis ist ein Kebab, der aromatisch komplex, leicht rauchig und kaum scharf schmeckt – ideal für alle, die den Geschmack von Kebab ohne intensive Schärfe genießen möchten.
Beide Varianten werden nach identischer Methode zubereitet – gleiches Fleisch, gleicher Spieß, gleicher Mangal. Der Unterschied liegt einzig in der Wahl des Chilipulvers. In türkischen Grillrestaurants werden Adana und Urfa Kebab deshalb oft gemeinsam auf einer Platte serviert, damit Gäste beide Charaktere direkt vergleichen können.
Mehr über die Geschichte des Kebabs und seine regionalen Varianten findest du im Wikipedia-Artikel zu Adana Kebab.
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