Türkish Soulfood - Authentische türkische Küche
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Vegetarische türkische Küche: İmam Bayıldı, Falafel, Mantar Sote & Co. – warum die Türkei längst kein Geheimtipp für Pflanzenkost ist.
Dollstraße 6
85049 Ingolstadt
Viele Menschen verbinden türkisches Essen zuerst mit Kebab und Grillspießen. Dabei hat die türkische Küche eine der reichsten Gemüse-Traditionen des Mittelmeerraums. Regionen wie die Ägäisküste, das Mittelmeergebiet und Zentralanatolien haben über Jahrhunderte eine Fülle an vegetarischen Gerichten entwickelt – oft aus einfachsten Zutaten, die durch handwerkliche Zubereitung und Gewürzwissen zu komplexen Geschmackserlebnissen werden.
Der Begriff Zeytinyağlı – mit Olivenöl – bezeichnet in der türkischen Küche eine ganze Kategorie von Gemüsegerichten, die in Olivenöl geschmort und meist kalt oder lauwarm gegessen werden. Diese Gerichte sind von Natur aus vegan und spielen in der türkischen Hausmannskost eine zentrale Rolle.
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İmam Bayıldı bedeutet wörtlich „der Imam ist ohnmächtig geworden“ – eine Anspielung auf die Legende, dass ein Imam vor Entzücken über das Gericht ohnmächtig wurde (oder, je nach Version, über die Menge des verbrauchten teuren Olivenöls). Das Gericht besteht aus halbierten Auberginen, die mit Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch und frischen Kräutern gefüllt und in reichlich Olivenöl geschmort werden.
Der Schlüssel zu einem guten İmam Bayıldı liegt in der Aubergine selbst: Sie muss vollständig durch sein, fast schmelzend weich, damit das Olivenöl und die Aromaten tief einziehen können. Das Gericht wird immer kalt oder zimmerwarm serviert, niemals heiß – das intensiviert den Geschmack. İmam Bayıldı ist komplett vegan und eines der bekanntesten Beispiele dafür, dass vegetarische türkische Küche weit über Salat hinausgeht.
Falafel sind gebratene oder frittierte Bällchen aus gemahlenen Kichererbsen oder Favabohnen und werden oft mit der arabischen oder israelischen Küche assoziiert. In der Türkei – besonders in den südlichen Grenzregionen zu Syrien und dem Libanon – sind Falafel aber ebenfalls fest verankert. Städte wie Hatay und Şanlıurfa haben ihre eigene Falafel-Tradition entwickelt, die sich durch lokale Gewürze wie Sumach, Kreuzkümmel und frische Petersilie auszeichnet.
Kichererbsen sind eine hervorragende Proteinquelle und enthalten gleichzeitig Ballaststoffe, Folsäure und Eisen. In Kombination mit Tahini-Sauce, Fladenbrot und frischem Gemüse ergibt Falafel eine vollständige, sättigende Mahlzeit ohne tierische Produkte. Die Vielfalt unserer Speisekarte zeigt, wie gut diese Einflüsse in einem modernen türkischen Restaurant funktionieren – mehr dazu auf der türkischen Speisekarte.
Mantar Sote sind sautierte Pilze – meist Champignons oder Kräuterseitlinge – die in Butter oder Olivenöl mit Knoblauch, frischem Thymian und manchmal einem Schuss Weißwein zubereitet werden. Das Gericht klingt simpel, ist es aber nicht: Die türkische Methode des Sote unterscheidet sich vom europäischen Sautieren durch die Zugabe von Tomatenmark und frischen Kräutern, was dem Gericht eine tiefere, dunklere Note gibt.
Gegrilltes Gemüse – Izgara Sebze – ist ebenfalls ein Grundpfeiler vegetarischer türkischer Küche. Auberginen, Paprika, Zucchini und Tomaten werden direkt über der Flamme oder auf dem Grill zubereitet, was ihnen eine rauchige Süße verleiht, die durch kein anderes Verfahren zu erzielen ist. Besonders Auberginen entwickeln beim Grillen ein tiefes, fast fleischähnliches Aroma – deshalb gelten sie in der türkischen Küche oft als vegetarische Hauptzutat par excellence.
Einen ausführlichen kulturhistorischen Hintergrund zur Aubergine in der mediterranen Küche bietet der Artikel zu Aubergine auf Wikipedia.
Der Grund, warum vegetarische türkische Küche oft unterschätzt wird, ist einfach: Die Gerichte stehen selten im Mittelpunkt der Speisekarte. Sie kommen als Beilagen, Mezze oder Zweitoptionen – und werden deshalb übersehen. Dabei hat genau diese Küche eine Tiefe, die viele rein fleischbasierte Gerichte nicht erreichen: Die Kombination aus Olivenöl, frischen Kräutern, fermentierten Produkten wie Joghurt und komplex gewürzten Schmorgerichten schafft Geschmacksprofile, die über das Sättigungsgefühl hinausgehen.
Wer einmal İmam Bayıldı probiert hat, versteht das sofort. Wer Mantar Sote mit frischem Pide und kaltem Ayran gegessen hat, auch. Die vegetarische türkische Küche ist keine Einschränkung – sie ist ein eigenes, vollständiges kulinarisches System. Mehr Einblicke in unser Angebot findest du auf der Seite zum vegetarischen Restaurant in Ingolstadt.
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